Es empfiehlt sich also bei hohen Volatilitäten, Scheine tief im Geld zu kaufen. Je tiefer ein Schein im Geld steht, desto höher ist der innere Wert, der Zeitwertanteil wird immer geringer. Noch ein Wort zur historischen Volatilität: Für Optionsscheinanleger ist die Kenntnis der historischen Volatilität nutzlos. Emittent orientiert sich zwar bei der Schätzung der impliziten Volatilität oft an der historischen, aber für den Kurs des Optionsscheins ist ausschließlich die Meinung des Emittenten über die zukünftige Schwankungsbreite, also die implizite Volatilität, entscheidend. Die implizite Volatilität ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Optionsscheins.
Eine Erhöhung der impliziten Volatilität bedeutet gleichzeitig einen Anstieg des Aufgelds und eine Verringerung der Hebelwirkung. Allerdings sollte die implizite Volatilität keinesfalls das einzige Auswahlkriterium sein. Es gibt viele verschiedene Methoden zur Berechnung einer historischen Volatilität, je nach Methode ergeben sich andere Ergebnisse, die dann entsprechend auch anders interpretiert werden müssen. oder Tagestiefkurse zur Berechnung heranziehen. Es lassen sich Volatilitäten für beliebige Laufzeiten ermitteln, etwa ein Jahr, ein Monat oder eine Woche.
Des weiteren gibt es sehr unterschiedliche Verfahren, wie die verwendeten Kurse dann in die Berechnung der Volatilität eingehen. es empfiehlt sich die Verwendung eines Tabellenkalkulationsprogramms! Man notiert die 256 historischen Kurse des Wertpapiers der Reihe nach. jeweils für den Schlußkurs des Vortages. Man bildet also den natürlichen Logarithmus vom Schlußkurs des zweiten Tages und zieht davon den ln des ersten Tages ab, dann den zweiten vom dritten usw.
Man erhält nun also 255 verschiedene Renditen Ri. Nun gilt es, zunächst eine logarithmierte mittlere Rendite µ aus diesen Kursen bilden. wobei i alle Werte von 1 bis 255 annimmt. Damit ist die mittlere Rendite µ berechnet.
Im nächsten Schritt wird nun ein Maß für die Abweichungen von diesem Mittelwert errechnet, die Varianz sigma². wobei i alle Werte von 1 bis 255 annimmt. Man zieht also die errechnete mittlere Rendite µ von jeder Einzelrendite ab und quadriert jeweils das Ergebnis. Damit entstehen nur positive Werte, so daß die Richtung der einzelnen Tagesveränderungen keine Rolle mehr spielt.
Man erhält die quadrierte Standardabweichung oder Varianz sigma². Die einfache Standardabweichung sigma erhält man, indem man nun die Wurzel aus der Varianz zieht. Um nun von der Standardabweichung auf die historische Volatilität zu kommen, muß man lediglich noch eine Annualisierung vornehmen.
Dazu muß die Standardabweichung mit der Wurzel der 256 Handelstage, also 16, multipliziert werden. Multipliziert man den errechneten Wert noch mit 100, so erhält man die historische Jahresvolatilität in Prozent. Was genau bedeutet aber nun diese Zahl?
Es wird angenommen, daß sich die Kurse von Wertpapieren nach der Funktion der Standardnormalverteilung bilden. Anmerkung: Die Standardnormalverteilung liefert keine exakten Ergebnisse für die Eintrittswahrscheinlichkeit einer bestimmten Kursspanne bei einem Wertpapier, so treten beispielsweise große Kursausschläge häufiger auf, als es die errechnete Standardabweichung bzw. Mangels anderer besserer Modelle wird heute dennoch nahezu überall die Standardnormalverteilung zugrunde gelegt. Dieser Wert könnte etwa bei einer Aktie aus dem Neuen Markt herauskommen.
entsprechen nun der Standardabweichung. vom letzten Schlußkurs entfernt sein wird. dies alles jedoch unter der Annahme, daß die Standardnormalverteilung zugrunde liegt. wurden weitgehend aus dem klassischen Optionsgeschäft übernommen. kann wie bei Optionen an den Terminbörsen. Dieser Straddle besteht aus dem gleichzeitigen Kauf einer gleichen Anzahl von Calls und Puts mit gleichem Basiswert, gleicher Restlaufzeit und gleichem Ausübungspreis.
Eine Aktie notiert bei EUR 300. Optionsscheine und dieselbe Anzahl Puts auf die Aktie, beide mit einem Basispreis von EUR 300. Wir nehmen der Einfachheit halber an, daß Call und Put jeweils EUR 15 kosten. Nun ergeben sich zwei Gewinnschwellen: steigt der Aktienkurs bis zum Ende der Laufzeit auf EUR 330, so ist der Put wertlos.
Bei jedem höheren Aktienkurs stellt sich ein Gewinn ein, da der Call ja weiter steigt. Die zweite Gewinnschwelle liegt bei EUR 270: hier gleicht der Put die Verluste des Call aus. Bei jedem niedrigeren Aktienkurs macht der Anleger einen Gewinn, da der Wert des Put dann den Verlust beim Call überkompensiert. Verharrt der Aktienkurs jedoch zwischen diesen beiden Schwellen, so entstehen Verluste.
Es ist dies somit eine Strategie, die sich nur anbietet, wenn man sehr starke Kursausschläge erwartet, gleichzeitig aber nicht weiß, in welche Richtung der Kursausschlag erfolgt. Straddle eine steigende Volatilität, da diese beide Scheine, Call wie Put, verteuert. Zu beachten ist jedoch, daß sowohl bei Kauf als auch bei Verkauf doppelte Transaktionskosten anfallen. Zudem erleidet man den Zeitwertverlust bei zwei Scheinen und nicht nur bei einem. Der erwartete Kursausschlag muß also in aller Regel schon sehr stark und innerhalb kurzer Zeit erfolgen, um die Strategie rentabel zu machen.
Eine völlig andere, in ihrem Wesen sehr einfache Möglichkeit besteht in der Kombination aus einem Optionsschein und einer Anleihe. Rückzahlung nach 1 Jahr: EUR 100. mit den verbleibenden gut EUR 2900 kann man in Optionsscheinen spekulieren. Stellt sich die eigene Markterwartung als richtig heraus, kann die Gesamtperformance durch den Gewinn aus den Optionsscheinen erheblich gesteigert werden.
Im schlimmsten Fall des wertlosen Verfalls der Optionsscheine erleidet man insgesamt keinen Verlust, da man nach 1 Jahr EUR 100. aus der Anleihe zurückerhält. Die Verzinsung der eingesetzten EUR 100. Auszahlung bei Fälligkeit EUR 95. und es steht entsprechend mehr Kapital für die Spekulation zur Verfügung. Dazu ist allerdings zu sagen, daß das Hedging sich nur bei relativ hohen Depotwerten wirklich lohnt und sich selbst unter professionellen Bedingungen schwierig gestaltet.
Das folgende Beispiel ist stark vereinfacht. Insbesondere wird vorausgesetzt, daß sich der Wert des Aktiendepots insgesamt wie der DAX entwickelt. Der DAX steht bei 7000 Punkten. Ein Depot deutscher Aktien im Wert von EUR 500. soll gegen Verluste abgesichert werden. Optionsscheine auf den DAX benötigt.
Die Optionsscheine verfallen wertlos. verringert den Gesamtgewinn auf EUR 92. so verliert unser Aktiendepot EUR 100. der Gewinn je Schein beträgt also EUR 13. und machen damit den Verlust des Depots von EUR 100. zum Großteil wieder wett. Bewegt sich der DAX kaum, ist der Einsatz für die Puts allerdings ganz oder großteils verloren, während der Wert des Depots unverändert bleibt.
Es kommt zu einem Verlust, der sich ohne Puts nicht einstellen würde. Außerdem fallen natürlich in jedem Fall zusätzliche Transaktionskosten an. Nachfolgende Grafik zeigt abschließend das Prinzip des statischen Hedge anhand der Zahlen des obigen Beispiels. Oftmals machen sich Anleger Sorgen, daß Sie einen bestimmten Schein nicht bekommen oder nicht verkaufen können, weil die Umsätze an der Börse zu niedrig sind. Diese Sorge ist unbegründet. wenn sich keine passende Gegenposition an der Börse findet.
Dennoch können hohe Börsenumsätze von Vorteil sein. So kann zum Beispiel der Limitkurs eines anderen Anlegers an der Börse günstiger sein als der Kurs des Emittenten, und die Chance dafür ist bei einem vielgehandelten Schein natürlich größer. kommt also ein neuer Börsenkurs durch den Makler zustande. Nur wenige Scheine werden aber so häufig gehandelt, daß laufend passende Orders an der Börse zueinandergeführt werden können. oder hunderttausend im Umlauf, der Rest wartet beim Emittenten auf Käufer. Zudem besitzt der einzelne Anleger ja bei vielen warrants immer gleich mehrere hundert oder mehrere tausend Scheine.
Wenn Sie nun noch grob abschätzen, wieviele Anleger genau diesen einen Schein letztendlich überhaupt halten, werden Sie die oft geringen Börsenumsätze verstehen. Daher muß ein sehr großer Teil der Orders von der Börse direkt an den Emittenten weitergeleitet werden. für Optionsscheine oft Stunden, manchmal gar mehrere Tage alt sind. Die veralteten Börsenkurse kann der Anleger bei Optionsscheinen meist getrost vergessen.
Optionsscheine können aber auch außerbörslich erworben und veräußert werden. Im außerbörslichen Handel bekommt man einen handelbaren Kurs gestellt und hat wenige Sekunden Zeit, diesen Kurs anzunehmen. Nach Ablauf dieser Zeitspanne hat der Kurs keine Gültigkeit mehr, man kann sich nun aber einen neuen Kurs stellen lassen. Bei den außerbörslichen Handelsmöglichkeiten für Optionsscheine gibt es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Brokern. und Briefkurs gestellt, danach genügt ein Mausklick, um die Transaktion perfekt zu machen.
Man kann sich sehr bequem beliebig viele Kurse stellen lassen. Auch hinsichtlich der Handelszeiten, der Mindestordergrößen und der Gebühren für außerbörslichen Handel unterscheiden sich die Broker sehr stark, hier sollte man sich vorher genau informieren.